FIRST WAS???
FIRST-RESPONDER!!
Seit nunmehr über 25 Jahren bietet die Feuerwehr Garching den Bürgern der Stadt Garching diesen Sonderdienst mit Erfolg an, um lebensbedrohlichen Situationen entgegenzuwirken bzw. das Zeitintervall zu überbrücken, welches zwischen einem Notruf und dem Eintreffen des Rettungsdienstes und dem Notarzt zwangsläufig entsteht. Im Laufe der 24 Jahre wurden zahlreiche Reanimationen wenige Minuten nach dem Notruf durch das schnelle Eintreffen der Feuerwehr Garching durchgeführt. Eine Faustregel für Herz–Kreislauf–Versagen lautet: Bei Stillstand des Herz-Kreislauf-Systems hat ein Patient 10min zum Überleben. In jeder Minute sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10%. Hier zeigt sich, dass jede Minute zählt – jede Minute, in der durch Angehörige, die First Responder, den Rettungsdienst oder den Notarzt mit der lebensrettenden Herz-Lungen- Wiederbelebung begonnen wird.


EINSATZSPREKTRUM
Mittlerweile gilt die Faustregel: bei allen potenziell lebensbedrohlichen Erkrankungen/ Verletzungen wird neben einem Rettungswagen (RTW) und einem Notarzt auch der First Responder durch die Leitstelle alarmiert. Das Einsatzspektrum, und somit auch die Anforderungen an die qualifizierten Ersthelfer, stellt sich hier mannigfaltig dar. Klassische internistische Krankheitsbilder wie Herzinfarkt gehören ebenso zum Aufgabengebiet wie schwere Verkehrs- oder Arbeitsunfälle, neurologische Notfälle, Kindernotfälle und Herz-Kreislaufstillstände.
von der idee zur institution
chronik
Die Idee, in Garching einen First Responder-Dienst einzurichten, entstand bereits 1994. Damals lief im Landkreis München ein Pilotprojekt mit den Feuerwehren Unterschleißheim, Oberschleißheim und Aschheim. Auch in Garching begann man zu diskutieren – zunächst durchaus kontrovers. Manche zweifelten, ob Feuerwehrleute zusätzliche Aufgaben im Rettungsdienst übernehmen könnten.
Schritt für Schritt wuchs jedoch die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. 1996 nahmen sechs Garchinger Feuerwehrleute am ersten Responder-Lehrgang in Unterschleißheim teil. Kurz darauf beschaffte man medizinische Ausrüstung für die Einsatzfahrzeuge. Ein Jahr später spendete ein örtliches Autohaus den ersten Defibrillator. 1998 fand dann der erste Lehrgang direkt im Garchinger Gerätehaus statt.
Ende 1998 fiel die Entscheidung, den First Responder-Dienst einzuführen. Am 1. November 1999 war es schließlich so weit: Mit großem Engagement der Mitglieder startete der Dienst offiziell – begleitet von einer kleinen Einweihungsfeier und Presseberichten. Den Bürgerinnen und Bürgern wurde das neue System bei Informationsveranstaltungen vorgestellt, zusammen mit dem neuen Mehrzweckfahrzeug, einem Mercedes Sprinter.
In den ersten Jahren rückten im Notfall alle ausgebildeten Responder zum Gerätehaus aus. Das zuerst besetzte Fahrzeug machte sich sofort auf den Weg zur Einsatzstelle. Dieses System funktionierte zuverlässig, hatte aber den Nachteil längerer Anfahrtszeiten.
Um noch schneller helfen zu können, stellte die Feuerwehr 2012 auf ein neues Alarmierungs- und Bereitschaftssystem um. Statt eines zentralen Fahrzeugs nutzen die Responder nun zwei Einsatzfahrzeuge, die sie während der Bereitschaft mit nach Hause nehmen. So entfällt der Weg zum Gerätehaus – im Notfall zählt jede Minute.
Außerdem werden seither nur die diensthabenden zwei Personen alarmiert, was die freiwilligen Helfer deutlich entlastet. Eine Online-Schichtplanung sorgt jederzeit für einsatzbereite Teams. Für dieses neue Konzept beschaffte die Stadt Garching zwei BMW X3, die Ende Oktober 2012 feierlich in Dienst gestellt wurden.
Im Jahr 2024 feiert die First-Responder Einheit Jubiläum. 25 Jahre nach der Einführung sind die aus Garching nicht mehr wegzudenken und fester Bestandteil des Garchinger Rettungswesens. Dies musste natürlich gefeiert werden. Beim Aktionstag am Garchinger Bauernmarkt konnten die Bürgerinnen und Bürger die Einsatzfahrzeuge unter die Lupe nehmen, selber Handgriffe der First-Responder ausprobieren oder Erinnerungsbilder vor der Fotowand schießen.
2026 kam es dann zu einer sichtbaren Umstellung. Neue Schutzkleidung für die Kräfte im First-Responder Dienst. Mehr Sichtbarkeit, mehr Schutz, mehr Komfort. Aus der schwarzen Hose mit pinker Jacke wurde nun leuchtrot Kleidung aus Softshell und einem flammhemmenden Stoff. Optimal auf die Bedürfnisse der Aktiven abgestimmt.
SEIT 2026 IN LEUCHTROT
DIE SCHUTZKLEIDUNG
Mehr Sichtbarkeit, mehr Schutz, mehr Komfort. Neu, sichtbar, einsatzbereit!
Unsere First-Responder starteten 2026 mit neuer Einsatzkleidung durch. Aus schwarzer Hose und pinker Jacke wurde ein einheitliches Bild in leuchtrot.
Beschafft wurde jeweils eine neue Einsatzhose und Einsatzjacke. Die neue 3-lagige Softshelljacke ist komplett winddicht, atmungsaktiv und wasserabweisend. Die vielen Taschen bieten den nötigen Stauraum für persönliches Einsatzzubehör. Reflektierende Streifen sorgen für die nötige Sichtbarkeit. Die Einsatzhose besteht aus einem voll elastischen, flammhemmenden und hochwertigen Material. Zusätzliche flexible Einsätze sorgen für die optimale Beweglichkeit unserer First-Responder. Neben diversen aufgesetzten Taschen für Stauraum besitzt jede Hose ein Schreibfeld am rechten Oberschenkel. Hier können im Einsatzfall Informationen oder Werte der Patienten notiert werden. Aus hygienischen Gründen und zur Sicherung der Patientendaten kann die Blocktasche verdeckt und verschlossen werden.
Hose und Jacke sind jeweils optimal auf die Bedürfnisse unserer Einsatzkräfte abgestimmt und schauen dabei auch noch richtig gut aus. Planung und Durchführung der Ersatzbeschaffung übernahm eine Arbeitsgruppe aus aktiven First-Responder Kräften.


first-steps für first-responder
Aus- und fortbildung
Die Ausbildung zum First Responder findet im Rahmen der Landkreisausbildung München bzw. 2021 erstmals auch über einen externen Dienstleister statt. Die Ausbildung umfasst 72 Stunden in lebensrettenden Sofortmaßnahmen sowie 8 Stunden Wiederbelebung mit AED-Einsatz. Das notwendige Wissen wird in Theorie und Praxis ausgebildet, unter anderem werden folgende Themen und die zugehörigen Maßnahmen, die das Einsatzspektrum widerspiegeln, gelehrt: Rechtliche Grundlagen, Anatomie, Kindernotfälle, Reanimation, Wundversorgung, Infektionserkrankungen etc.
Eine praktische Einweisung auf folgende medizinische Geräte wird intensiv geschult und trainiert: Defibrillator, Beatmungsgerätschaften, Blutzuckermessgerät, Pulsoximeter, Blutdruckmanschette, manuelle Absaugung Die Vorbereitung einer Infusion und einen venösen Zugang rundet das Spektrum ab.
Damit unsere First Responder mit den vielen medizinischen und technischen Themen auf dem aktuellen Stand bleiben, finden regelmäßige interne, aber auch externe Pflichtübungen und Fortbildungen statt.





