eine neue ära

neubau feuerwehrgerätehaus

Der Neubau des Feuerwehrhauses in Garching ersetzt das veraltete Gebäude am Hüterweg durch eine moderne Einsatzzentrale an der Umgehungsstraße. Nach mehrfachen Verzögerungen durch Planungsprozesse, die Corona-Krise und steigende Baukosten erfolgte 2023 der erste Spatenstich, gefolgt vom Richtfest 2024.

Das rund 5500 Quadratmeter große Gebäude bietet Platz für 13 Fahrzeuge, Werkstätten, einen Fitnessraum, Schulungsräume sowie eine Atemschutzübungsstrecke. Ergänzt werden diese Einrichtungen durch vier Dienstwohnungen zur Bindung aktiver Feuerwehrkräfte. Die  Fertigstellung ist für Herbst 2026 geplant.

Mit dieser Erweiterung passen sich die Räumlichkeiten den wachsenden Anforderungen durch Garchings Ausdehnung, den wachsenden Einsatzumfang und moderne technische Standards an.

was bisher geschah

der weg zur neuen heimat

Der Architekt für den Neubau des Feuerwehrhauses in Garching wurde im Rahmen eines einphasigen nichtoffenen Realisierungs-Wettbewerbs 2018 ausgewählt.
Aus 16 eingereichten Arbeiten setzte sich das Team unter der Leitung von RBA Reinhard Bauer Architekten (München) gemeinsam mit Nowak Landschaftsarchitekten (München) als 1. Preis durch.

Das Ergebnis wurde am 25. September 2018 im Stadtrat vorgestellt, gefolgt von der Vergabe der Planerleistungen Ende 2018 und Anfang 2019. Der Wettbewerb priorisierte Kriterien wie Städtebau, Funktionalität, Gestaltung, Erschließung sowie Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Der Gewinnerentwurf wurde anschließend mit der Feuerwehr und Fachplanern abgestimmt, um den Anforderungen einer modernen Einsatzzentrale gerecht zu werden.

 
 
 
 

Der Neubau des Feuerwehrhauses in Garching verzögerte sich durch die Corona-Krise und den Krieg in der Ukraine. Beide Ereignisse führten zu erheblichen Planungs- und Vergabehürden sowie stark gestiegenen Baukosten

Am 23. Juni 2023 fand der symbolische Spatenstich für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr Garching statt.
Obwohl sintflutartiger Regen die geplante Feier auf dem Bauplatz am ehemaligen Post- und Corona-Testzentrum-Gelände an der Umgehungsstraße verhinderte, wurden die Zeremonie und das anschließende Programm spontan in die alte Wache am Hüterweg verlegt – was zugleich zum Abschied von diesem Gebäude wurde.

Erster Bürgermeister Dr. Dietmar Gruchmann, Feuerwehrkommandant Christian Schweiger, 1. Vorsitzender des Feuerwehrvereins Johannes Kick sowie Vertreterin des Architekturbüros Reinhard Bauer Architekten Inga Mannewitz und Ralph Schuster aus der städtischen Bauabteilung setzten gemeinsam den ersten Spaten. Zu den Gästen zählten Kreisbrandrat Harald Stoiber, Angehörige der Feuerwehren Garching, Hochbrück und der TUM-Werkfeuerwehr, Stadträte, Nachbarn sowie als Überraschung der Radeberger Oberbürgermeister Frank Höhme.

In seinen Ansprachen hob Gruchmann die langjährige Planung hervor und lobte die Feuerwehr für ihren Einsatz: „Das neue Haus wird den modernsten Anforderungen gerecht.“ Kommandant Schweiger betonte augenzwinkernd: „Was lange währt, wird gut.“ Der Gast aus der Partnerstadt Radeberg schloss mit dem Vergleich: „Unsere Herzen schlagen im Gleichtakt – 112 Mal in der Minute.“

 

Am 25. Oktober 2023 wurde bei traumhaftem Herbstwetter die Grundsteinlegung für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr Garching gefeiert.
Eine Delegation aus Vertretern der ausführenden Firmen, der Stadt Garching und der Feuerwehr versammelte sich an der Baugrube an der Umgehungsstraße. Erster Bürgermeister Dr. Dietmar Gruchmann, Feuerwehrkommandant Christian Schweiger sowie weitere Vertreter legten eine Zeitkapsel mit einem Strahlrohr, einer Festschrift aus dem Jubiläumsjahr, einem Mannschaftsfoto und einer Tageszeitung ein, die anschließend mit Mörtel verschlossen wurde.

Gruchmann bezeichnete den Neubau als einzigartig im Landkreis München und prognostizierte ein Richtfest in einem Jahr sowie einen Tag der offenen Tür in der neuen Wache. Der Grundstein bildet nun die Basis des zukünftigen Gebäudes mit 5500 m² Fläche, 13 Fahrzeugstellplätzen, Werkstätten und Schulungsräumen.

Erster Bürgermeister Dr. Dietmar Gruchmann
v.l.n.r.: Florian Luttenberger (2.Kommandant), Johannes Kick (Vorsitzender), Christian Schweiger (1. Kommandant a.D.), Inga Mannewitz (Architekturbüro), Dr. Dietmar Gruchmann (1. Bürgermeister)
Der Grundstein wird gesetzt

Am 11. Oktober 2024 feierte die Freiwillige Feuerwehr Garching das Richtfest für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses an der Umgehungsstraße.
Genau ein Jahr nach der Grundsteinlegung begrüßte Erster Bürgermeister Dr. Dietmar Gruchmann rund 150 Gäste, darunter Feuerwehrangehörige aus Garching und Hochbrück, Baufirmen, Nachbarn, Verwaltungsmitarbeiter und Stadträte. Er lobte die „Punktlandung“ beim Zeitplan und die beeindruckende Dimension des 114 Meter langen Baus mit Übungsturm als zukünftiges Wahrzeichen.

Feuerwehrkommandant Christian Schweiger bezeichnete den Tag als Festtag und weiteren Meilenstein auf dem Weg in die neue Heimat. Nach dem feierlichen Richtspruch folgte ein Imbiss, musikalisch untermalt vom Blasorchester Garching.

Blick auf die baustelle

status quo

das aktuelle feuerwehrhaus

Das Gerätehaus der Feuerwehr Garching am Hüterweg 14 dient als zentrale Einsatzwache und Verwaltungsstandort. Hier sind die Büros des Kommandanten, der Gruppenführer sowie des Vereins untergebracht. Die Werkstätten kümmern sich um Fahrzeugwartung, Schlauchpflege, Atemschutz, Funktechnik, First-Responder-Ausrüstung sowie um die Lagerung von Einsatzmitteln und Dienstkleidung.

Ein dedizierter Funkraum koordiniert die interne Einsatzabwicklung, insbesondere bei hohem Einsatzaufkommen wie Unwettern, unabhängig von der Landkreis-Leitstelle. Für Ausbildungen und theoretische Übungen stehen zwei Unterrichtsräume zur Verfügung. Ergänzt werden die Einrichtungen durch Freizeiträume mit Stüberl, Küche und Kegelbahn im Keller, die dem Zusammenhalt nach Einsätzen dienen.

Der Sozialtrakt mit Büros, Küche, Stüberl, Schulungsraum
Die Fahrzeughalle
Die Fahrzeuggarage in Dirnismaning

Das Feuerwehrgerätehaus am Hüterweg entstand 1974 pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum der Wehr. Nach einem Architektenwettbewerb 1972 und Grundstückserwerb ließen die Architekten Sebastian Meißler, Stefan Wagner und Franz Wanner es für 1,98 Millionen DM errichten – mit Fahrzeughalle, Werkstätten, Schlauchanlage und Schulungsräumen. Im Keller entstand in Eigenleistung ein Stüberl mit Kegelbahn für kameradschaftliche Treffen. Erweiterungen in den 90ern und 2004 schufen eine moderne Wache, die nach 50 Jahren jedoch ausgelastet ist.

Richtfest am Hüterweg
Blick von oben (1974)
Fahrzeuge vor der Fahrzeughalle (1978)

ALTE SCHULEN, BLITZSCHLAG UND DIRNISMANING

GARCHINGS FEUEWEHRHÄUSER

Die Geschichte der Feuerwehrhäuser in Garching reicht bis 1875 zurück, als der Gemeinderat für das erste Haus im Ortsteil Dirnismaning – zur Unterbringung der „Löschmaschine“ und Gerätschaften – ein Darlehen von 514 Mark aufnahm. Über den Standort des ersten „Feuerhauses“ in Garching ist leider nichts bekannt. Dieses Domizil erwies sich bald als zu klein, sodass 1899 ein Neubau errichtet wurde, dank unentgeltlicher Grundstücksspenden der Ökonomen Johann Scharl und Martin Spitzweck. Parallel dazu beschloss der Gemeinderat 1894 unter Bürgermeister Josef Wagner, das alte Schulhaus nördlich der Mühlgasse (heute Jugendbürgerhaus „Profil“) zum „Feuerwehr-Requisitenhaus“ umzubauen – finanziert durch Erlöse aus einem Gemeindehausverkauf und ein Darlehen von 300 Mark. 

Ein schwerer Rückschlag traf 1916: Ein Blitzschlag zerstörte das Gemeinde- und Feuerwehrhaus um 14:40 Uhr; 40–50 Feuerwehrleute kämpften drei Stunden mit zwei Löschmaschinen. 1917 folgte der Wiederaufbau mit Wohnungen im Obergeschoss, unterstützt durch „Bieraufschlagsteuer“. Pläne von 1936, es zu einem Kinderheim umzubauen, scheiterten. Bis 1966 beherbergte es auch die Rathausverwaltung. 1954 kam ein Schlauchtrockenturm hinzu. Die „Löschmaschine“ wurde 1946 verschrottet. Bis 1974 diente das Gebäude weiter, doch mit wachsenden Anforderungen – wie dem LF8 „Opel Blitz“ (1957) und TLF16 (1967) – wurde es unzureichend. Das neue Haus am Hüterweg entstand 1974 zum 100-jährigen Jubiläum und bot endlich Raum für Fahrzeuge, Werkstätten und Schulungen.